Skip to main content

Glossar

Das alphabetische Glossar erläutert die in dieser Internetpräsenz sowie in den Befunden und OP-Berichten benutzten medizinischen Fachbegriffe. Das Glossar kann bei Fachwörtern, denen als Link ein vorausgestellt ist, direkt aus dem Text aufgerufen werden.

A

B

C

D

E

F

G

H

I

J

K

L

M

N

O

P

Q

R

S

T

U

V

W

X

Y

Z

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z Anfang

A

Arteria Carotis
Die Arteria carotis ist die aus drei Abschnitten bestehende Halsschlagader: Die Arteria carotis communis teilt sich auf in die Arteria carotis interna und Arteria carotis externa. Über die Arteria carotis wird der Kopf und somit auch das Gehirn mit Blut versorgt.
Sind die Wände der Carotis arteriosklerotisch verändert, können sich Kalkablagerungen lösen und im Gehirn einen Schlaganfall auslösen.

Arthrose
Ist der medizinische Begriff für „Gelenkverschleiß“ oder “Gelenkabnutzung“. Verschiede Ursachen können die Arthrose bedingen: Verletzungen (posttraumatisch) oder Überlastung (mechanisch). In der Mehrzahl der Fälle handelt es sich jedoch um die primäre Form, deren Ursache nicht abschließend geklärt ist. Man nimmt an, dass Schwächen im Knorpelgewebe für das Auftreten verantwortlich sind.
Die Arthose ist eine Volkskrankheit. In der Altersgruppe der über 65-jährigen sind über 2/3 betroffen. Nicht jeder hat zwingenderweise Beschwerden.

Arthrose der Wirbelgelenke
Arthrose der Wirbelgelenke bezeichnet die Abnutzung oder Zerstörung dieser Knochenscharniere. Arthrose ist eine nicht-entzündliche Gelenkerkrankung, im Gegensatz etwa zu Rheuma. Im Laufe ihres Lebens sind fast alle Menschen mehr oder weniger stark von der Krankheit betroffen.

Atlantoaxial-Gelenk
Das Atlantoaxial-Gelenk (Articulatio atlantoaxialis) ist das zweite Kopfgelenk. Es bildet die gelenkige Verbindung zwischen dem ersten (Atlas) und dem zweiten Halswirbel (Axis). Das Gelenk ist mit verschiedenen Bändern fixiert. Es ermöglicht eine Drehbewegung des Kopfes, welche z.B. für das Kopfschütteln benötig wird. Daher wird es im englischen auch als „No-joint“ („Nein-Gelenk“) bezeichnet.

Atlantookzipital-Gelenk
Das Atlantookzipital-Gelenk (Articulatio atlantooccipitalis) ist das erste Kopfgelenk. Es ist die gelenkige Verbindung zwischen Schädel und Wirbelsäule. Es ermöglicht die Streckung und Beugung des Kopfes. Diese Bewegungsmöglichkeit brauchen wir z.B. zum Nicken. Im englischen wird dieses Gelenk daher als „Yes-joint“ (Ja-Gelenk) bezeichnet.

B

Bandscheibenvorfall
Ein Bandscheibenvorfall (Diskusprolaps) tritt meistens an der Lendenwirbelsäule im Alter zwischen 30 und 50 Jahren auf. In der Halswirbelsäule kommt ein Bandscheibenvorfall seltener und eher im Alter zwischen 40 und 60 Jahren vor. Die Brustwirbelsäule ist am seltensten betroffen (0,1 bis drei Prozent aller Vorfälle). Immer verrutscht dabei der weiche Gallertkern der Bandscheibe, der wie ein Puffer zwischen den Wirbelkörpern liegt und von einem Ring aus Faserknorpel gehalten wird. Die austretende Gallertmasse drückt in den meisten Fällen gegen benachbarte Nervenwurzeln.

Bicepsparese
Bicepsparese bedeutet Lähmung des Bicepsmuskels. In den meisten Fällen ist eine Beschädigung des versorgenden Nervens in der Halswirbelsäule verantwortlich. Dieser Terminus setzt sich aus zwei Wörtern zusammen: Biceps und Parese.
Biceps ist die Kurzform für Musculus biceps brachii: ein zweiköpfiger Muskel an der Vorderseite des Oberarmes. Er ist verantwortlich für die Drehung des Unterarmes gegen den Oberarm (Supination) und für die Beugung im Ellbogen (Flexion). Der Begriff Parese leitet sich aus dem Griechischen ab und bedeutet Lähmung. Man unterscheidet verschiedene Ausprägungsgrade: eine vollständige Lähmung bezeichnet man als Paralyse oder Plegie; handelt es sich eher um eine Missempfindung, spricht man von einer Sensibilitätsstörung.

bilateral
Dieser Begriff leitet sich aus dem Lateinischen ab (bi = zwei, latus = Seite). Die wörtliche Übersetzung lautet also zweiseitig. Im Bereich der Wirbelsäule kann z.B. ein Bandscheibenvorfall bilaterale Beschwerden verursachen, also Schmerzen sowohl im rechten wie auch im linken Bein.

Brachialgie
Dies ist die allgemeine Bezeichnung für Schmerzen im Arm. Die häufigste Form ist die sog. vertebragene Brachialgie. Die Schmerzen haben ihren Ursprung in der Halswirbelsäule. Ein Bandscheibenvorfall kann die Ursache sein.

C

Cauda equina
Hier handelt es sich um die Spinalnerven im Bereich der Lendenwirbelsäule. Wörtlich aus dem Lateinischen übersetzt bedeutet Cauda equina Pferdeschwanz. Ab dem ersten Lendenwirbelkörper hängen die aus dem Rückenmark abgegangenen Spinalnerven in einem Sack aus harter Hirnhaut. Dieses Bild ähnelt den herabhängenden Haaren eines Pferdeschwanzes.

caudal
Ist eine Richtungsbezeichnung in der Medizin. Wörtlich bedeutet es „zum Schwanz hin.“ Bei aufrechtstehenden Tieren (also z.B. Menschen) heißt dies nach unten; bei Vierbeinern benennt caudal hinten. Die Gegenrichtung ist cranial.

Caudasymptomatik
Dies ist ein medizinischer Notfall! Der vollständige Begriff lautet: Cauda-equina-Kompressions-Syndrom. Ursache ist meist ein großer Bandscheibenvorfall im Bereich der Lendenwirbelsäule. Das nach hinten austretende Bandscheibengewebe komprimiert (=quetscht) die hinter den Bandscheiben verlaufenden Spinalnerven. Die Folge sind starke Rückenschmerzen, die in die Beine ausstrahlen. Des Weiteren kommt es zu Gefühlsstörungen im Bereich der Innenseite der Oberschenkel (Reithosenanästhesie), einer motorischen Schwäche in der Beinmuskulatur sowie Harn- und Stuhlinkontinenz.
Ein Cauda-Syndrom ist ein absoluter Notfall und muss sofort operativ neurochirurgisch behandelt werden.

Cephalgie
Schmerzempfindung im Bereich des Kopfes. Cephalgien können verschiede Ursachen haben. Viele Menschen leiden gelegentlich an Kopfschmerzen.
Man unterscheidet primäre und sekundäre (also in Folge einer Grunderkrankung auftretende) Kopfschmerzen. Häufige primäre Kopfschmerzen sind z.B. die Migräne oder der Kopfschmerz vom Spannungstyp. Sekundäre Kopfschmerzen sind beispielsweise durch eine Kopfverletzung oder eine Infektion bedingt. Auch Affektionen (Erkrankungen) der Nerven in der Halswirbelsäule können ausstrahlen und einen Kopfschmerz verursachen.
Kopfschmerzen, die zeitlich begrenzt und selten auftreten, sind in der Regel harmlos. Treten sie hingegen plötzlich, heftig und zusammen mit Übelkeit, Fieber oder Nackensteife auf, sollte ein Arzt konsultiert werden. Auch bei chronischen Kopfschmerzen (also immer wiederkehrenden Kopfschmerzen) sollte eine ärztliche Diagnostik erfolgen, um eine Therapie beginnen zu können.

Cervicobrachialgie
Dies ist die Bezeichnung für eine Kombination aus Hals- und Armschmerz. Der Armschmerz ist meist der fortgeleitete Schmerz, der seinen Ursprung in der Halswirbelsäule hat. Eine Cervicobrachialgie ist oft das Zeichen für einen Bandscheibenvorfall in der Halswirbelsäule.

Claudicatio spinalis
Eine Claudicatio spinalis ist eine umschriebene, knöchern-ligamentäre (Ligament = Band) Einengung des Spinalkanals, die mit einem klinischen Beschwerdekomplex aus Rückenschmerz und  belastungsabhängigen Symptomen in den Beinen (Claudicatio) verbunden ist. In fortgeschrittenen Fällen können auch permanente muskuläre Ausfälle vorliegen. 

Computertomographie (CT)
Hierbei handelt es sich um ein bildgebendes Verfahren, welches aus dem medizinischen Alltag nicht mehr wegzudenken ist. Die Computertomographie basiert auf Röntgenstrahlen, anders als beim konventionellen Röntgen werden bei der CT Schichtaufnahmen gemacht. Sie ermöglicht also Einblicke in das Innere des Körpers und kann z.B. wichtige Informationen über den Grad der Enge eines Spinalkanals liefern. 

cranial
Ist eine Richtungsbezeichnung in der Medizin. Wörtlich bedeutet es „zum Kopf hin.“ Bei aufrechtstehenden Tieren (also z.B. Menschen) heißt dies nach oben; bei Vierbeinern benennt cranial vorne. Die Gegenrichtung ist caudal.

D

degenerativ
Ist die Bezeichnung für die Funktionsminderung eines Körperteils. Diese ist meist durch Verschleiß bedingt. Auch Alterung, Fehl- oder Nichtgebrauch können zu degenerativen Prozessen führen.

Dekompression
Operative Freilegung des Ramus medialis oder von Spinalnerven.

Denervation
Als Denervation bezeichnet man das Veröden von kleinen sensiblen Nervenfasern an Facettengelenken oder an den Kreuzdarmbein-Gelenken. Unter CT- oder Röntgenkontrolle werden kleine Sonden an den entsprechenden Strukturen platziert. Mittels elektrischen Stroms wird die Sonde erwärmt und verödet die Nervenendigungen.
Ausführliche Informationen zu diesem Thema halten wir für Sie auf unserer Website unter Patienteninformationen bereit („Therapieverfahren bei Wirbelsäulenschmerz“).

Dermatom
Dies ist ein anatomischer Begriff. Ein Dermatom bezeichnet das von einem Spinalnerv versorgte Hautareal. Anhand der Dermatome kann man Rückschlüsse auf die Lokalisation einer Schädigung ziehen. Treten z.B. Gefühlsstörungen im Bereich des rechten Knies auf, so weiß der Arzt, dass es sich um eine Schädigung des Spinalnervs L 3 handeln muss.

Diskektomie
Aus zwei Wörtern setzt sich der Begriff Diskektomie zusammen: Diskus (=Bandscheibe) und Ektomie (=Entfernung). Hierbei handelt es sich um ein operatives Behandlungsverfahren. In unserem Haus wird ausschließlich die sog. mikrochirurgische Diskektomie durchgeführt: über einen sehr kleinen Hautschnitt auf dem Rücken wird von hinten der Bandscheibenvorfall entfernt, der die Beschwerden verursacht hat. Zu dieser Thematik haben wir weitere Informationen für Sie auf unserer Website unter „Patienteninformationen“ bereitgestellt.

dorsal
Ist eine Richtungsbezeichnung in der Medizin. Der Begriff leitet sich vom lateinischen dorsum (=Rücken) ab und bedeutet rückenwärts. Die Gegenrichtung ist ventral.

Dysästhesie
Ist der Fachausdruck für eine Empfindungsstörung. Hierbei sind verschiedene Formen möglich: Verminderung der Empfindlichkeit, Überempfindlichkeit gegen äußere Reize oder auch schmerzhafte Empfindung bei eigentlich normalen Reizen. Einer Dysästhesie liegt oft eine Beeinträchtigung des entsprechenden Nerves zu Grunde.

E

Exacerbation
Wörtlich übersetzt handelt es sich hier um eine „Verschlimmerung.“ In der Medizin sprechen wir von Exacerbationen meist im Zusammenhang mit chronischen (also lang andauernden) Krankheiten. Ein chronischer Rückenschmerz kann sich z.B. in Folge von feuchtem Wetter und einer falschen Bewegung akut verschlechtern – man spricht von einer Exacerbation.

Extraforaminal
Das Neuroforamen ist das Loch zwischen zwei Wirbelkörpern, durch das der Spinalnerv austritt, bevor er in die Peripherie zieht. Man charakterisiert die Lage von Bandscheibenvorfällen in Bezug zu den Neuroforamina als entweder extraforaminal (also außerhalb des Neuroforamen) oder intraforaminal (also innerhalb des Neuroforamen).

extraspinal
Extraspinal ist eine Ortsbezeichnung und steht für: außerhalb der Wirbelsäule. So kann beispielsweise ein Bandscheibenvorfall außerhalb des Wirbelkanals zum Liegen kommen, wenn er im seitlichen Bereich der Bandscheibe auftritt. Das Gegenteil von extraspinal ist  intraspinal (also innerhalb der Wirbelsäule).

Extremitäten
In der Anatomie bezeichnet man die abhängigen Körperpartien als Extremitäten. Beim Menschen sind es die Arme (obere Extremität) und Beine (untere Extremität).

F

Facettektomie
Als Facettektomie bezeichnet man die operative Abtragung des Wirbel-Gelenkfortsatzes im Bereich seiner Gelenkfacette (also die Entfernung des kleinen Wirbelgelenks). Bei der Hemifacettektomie handelt es sich um die teilweise Abtragung  des medialen Anteils des Gelenks.
Bei bestimmten Krankheitsbildern kann eine Resektion des Gelenks notwendig sein, um z.B. den Zugang zu einem Bandscheibenvorfall zu ermöglich und um der Nervenwurzel wieder ausreichend Platz zu verschaffen.

Facettengelenk
Unsere Wirbelsäule besteht aus mehreren Wirbelkörpern. Paarig angelegte Wirbelgelenke (Facettengelenke) verbinden die einzelnen Wirbelkörper untereinander. Diese kleinen Gelenke sind auf Grund von Arthrose oft Ursache von Rückenschmerzen. In unserer Patienteninformation „Therapieverfahren bei Wirbelsäulenschmerz“ haben wir weitere Informationen zu diesem Thema für Sie zusammengestellt.

Fascia thoracolumbalis
Faszie ist das lateinische Wort für Verbund. Faszien sind bindegewebige, aus Kollagen bestehende Strukturen, die im gesamten Körper vorkommen. Die Fascia thoracolumbalis ist eine Faszie im Lendenbereich, die den Musculus erector spinae („Aufrichter der Wirbelsäule“) umhüllt. Sie verläuft von den Beckenkämmen bis zu den Dornfortsätzen der Wirbelkörper.

Flavektomie
Das gelbe Band (Ligamentum flavum) verläuft auf der Rückseite der Wirbelsäule, verbindet die Wirbelbögen von  zwei Wirbelkörpern und stabilisiert so die Wirbelsäule. Bei der Operation von Bandscheibenvorfällen oder Spinalkanalstenosen verschafft man sich Zugang zum Wirbelkanal, indem man zwischen zwei Wirbelkörperbögen eine sog. intralaminäre Fensterung durchführt. Dies beinhaltet das operative Abtragen des "gelben" Bandes. Diesen Prozess bezeichnet man als Flavektomie.

I

Intraforaminal
Das Neuroforamen ist das Loch zwischen zwei Wirbelkörpern, durch das der Spinalnerv austritt, bevor er in die Peripherie zieht. Man charakterisiert die Lage von Bandscheibenvorfällen in Bezug zu den Neuroforamina als entweder extraforaminal (also außerhalb des Neuroforamen) oder intraforaminal (also innerhalb des Neuroforamen).

intraoperativ
Intraoperativ bezeichnet den Zeitraum einer Operation; also die Zeit zwischen Hautschnitt und Verschluss der Haut. Manche Entscheidungen für den weiteren Ablauf der Operation lassen sich nur intraoperativ fällen, da man hier eine bessere Übersicht hat als bei der Betrachtung von Röntgenbildern.

intraspinal
Intraspinal ist eine Ortsbezeichnung und steht für: innerhalb der Wirbelsäule. So kommt beispielsweise ein Bandscheibenvorfall innerhalb des Wirbelkanals zum Liegen. Das Gegenteil von intraspinal ist  extraspinal (also außerhalb der Wirbelsäule).

Intubationsnarkose
Dies ist ein Narkoseverfahren, welches sehr oft angewendet wird. Allgemein ist eine Narkose ein medikamentös herbeigeführter, kontrollierter Zustand der Bewusstlosigkeit. Dabei werden im gesamten Körper durch Lähmung des zentralen Nervensystems neben dem Bewusstsein sowohl die Schmerzempfindung, die Abwehrreflexe als auch die Muskelspannung abgeschaltet. Man bekommt also nichts mehr mit und verspürt keine Schmerzen.
Die Versorgung des Körpers mit Luft wird während der Narkose durch die Intubation gewährleistet. Hierbei wird ein Plastikschlauch (Tubus) über den Mund oder die Nase bis in die Luftröhre vorgeschoben. Über den Tubus wird der Körper während der Narkose beatmet. 

ipsilateral
Dies ist eine Lagebezeichnung und bedeutet: auf derselben Seite gelegen. Ein Bandscheibenvorfall auf der linken Seite kann Schmerzen im ipsilateralen Bein verursachen (also im linken). Das Gegenteil ist kontralateral (auf der anderen Seite).

ISG-Syndrom
Das Beckeneckgelenk (auch: Kreuzbein-Darmbeingelenk, Iliosakralgelenk oder kurz: ISG) ist die gelenkige Verbindung zwischen der Wirbelsäule und dem Becken. Diese Gelenke sind sehr empfindlich und sind verantwortlich für einen Großteil der Schmerzen im unteren Rücken, wie sie fast jeder kennt („Sich bei feuchtem Wetter den Rücken verheben“). Beschwerden entstehen immer dann, wenn die auftretende Belastung höher ist als es die Gelenke zu dem entsprechenden Zeitpunkt verkraften (Missverhältnis zwischen Belastung und Belastbarkeit). Bei der Blockierung handelt es sich um eine reversible Funktionsstörung, d.h. bei der richtigen Therapie kann sie sich vollständig zurückbilden.
Ausführliche Information zu diesem wichtigen Thema haben wir für Sie auf unserer Website unter Patienteninformationen („Beckeneckgelenkblockade“) hinterlegt.

K

Karpaltunnel
Der Karpaltunnel ist eine anatomische Passage am Handgelenk, die als Durchgang für Nerven und Sehnen dient, die vom Unterarm zur Hohlhand ziehen. Nach hinten (dorsal) wird der Tunnel von Handwurzelknochen begrenzt. Vorne ist er von einem straffen Faserband (Retinaculum flexorum) überzogen. Durch ihn ziehen die Sehnen von Muskeln, die die Finger beugen, und ein Nerv (Nervus medianus). Wird der Nerv in dem ohnehin relativ engen Tunnel weiter eingeengt, kommt es zum sog. Karpaltunnelsyndrom. Dies ist gekennzeichnet durch Schmerzen und Empfindungsstörungen im Versorgungsgebiet des Nervus medianus (Daumen, Zeige- und Mittelfinger). Anfangs treten die Schmerzen nur nach Belastung auf, später auch nachts ("Brachialgia nocturna") und ohne Belastungsreiz. Im Endstadium kann es sogar zu einer Verkleinerung der von den Nerven versorgten Muskeln kommen (der Daumenballen wird kleiner). Durch eine Operation kann man unter Schonung der umgebenden Nerven und Blutgefäße das Ligamentum carpi transversum spalten und so den Nerv wieder entlasten.

Kompressionssyndrome peripherer Nerven (z.B. Karpaltunnelsyndrom)
Chronischer Druck auf den Nervus medianus im Karpaltunnel. Symptom kann z.B. eine Gefühlsstörung an der Hohlhand oder den Fingern sein. Durch einen operativen Eingriff kann der Nerv vom Druck entlastet werden.

kontralateral
Dies ist eine Lagebezeichnung und bedeutet: auf der anderen Seite gelegen. Das Gegenteil ist ipsilateral (auf derselben Seite).

L

lateral
Ist eine Richtungsbezeichnung in der Medizin und bedeutet „zur Seite hin.” Das Gegenteil ist medial („zur Mitte hin“).

Loge de Guyon-Syndrom
Unter einem Loge- de Guyon-Syndrom wird die Kompression (Druckschädigung) des Ellennervs am Handgelenk verstanden. Im Guyon’schen Kanal verlaufen die ellenseitige Handarterie (Arteria ulnaris) und der Ellennerv (Nervus ulnaris). Durch Frakturen in der Nähe des Kanals können Verschiebungen des Kanals hervorgerufen werden, welche eine Einengung des Nervs bedingen. Ausserdem können geschwulstige Verengungen (Ganglien) für eine Kompression des Nervs verantwortlich sein. Aber auch bei chronischer Fehlhaltung der Hand (z.B. Rennradfahrer, die sich lange auf dem Lenker abstützen) kann eine Irritation des Nervs auftreten.
Eine wirksame Therapie ist die Operation, bei der der Guyon’sche Kanal auf ganzer Länge frei gelegt wird.
Das Krankheitsbild ist nicht zu verwechseln mit dem Karpaltunnelsyndrom (hier kommt es zu einer Einengung des Mittelhandnervs).

Lumbago
Lumbago ist der Fachbegriff für Rückenschmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule (lat. lumbus = Lende).

lumbal
Unsere Wirbelsäule besteht aus fünf Abschnitten; von oben nach unten sind dies: der Halswirbelsäule mit 7 Halswirbeln (Pars cervicalis), der Brustwirbelsäule (Pars thoracalis) mit 12 Brustwirbeln, der Lendenwirbelsäule (Pars lumbalis) mit 5 Lendenwirbeln, dem Kreuzbein (Os sacrum) und dem Steißbein (Os coccygis).

Lumboischialgie
Lumboischialgie ist der Fachbegriff für Rückenschmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule (lat. lumbus = Lende).

M

medial
Ist eine Richtungsbezeichnung in der Medizin und bedeutet „zur Mitte hin gelegen.” Das Gegenteil ist lateral.

Mikrochirurgischer Eingriff
Operativer Eingriff unter Zuhilfenahme eines Mikroskops,
z.B. bei einem Bandscheibenvorfall.
Die Druckentlastung der beengten Nervenwurzeln erfolgt durch Ausräumung des zerstörten Bandscheibengewebes. Bei chronischen Beschwerden müssen manchmal in einer zweiten Operation Vernarbungen entfernt werden. Inzwischen lässt sich durch neue mikrochirurgische Verfahren das Risiko zu Narbenreaktionen aber reduzieren.

Musculus longus colli
Der Musculus longus colli ist der lange Halsmuskel. Er verläuft auf der Vorderseite der Wirbelsäule vom ersten Halswirbel (Atlas) bis zum dritten Brustwirbel. Er wird benötigt um den Hals nach vorne zu beugen und ermöglicht eine Beugung des Halses zur Seite. Bei Operationen an der Halswirbelsäule (z.B. Operation nach Smith & Robinson) gibt man auf diesen Muskel daher besonders Acht und schiebt ihn für den Zeitraum der Operation vorsichtig zur Seite.

O

Ösophagus
Ösophagus ist die lateinische Bezeichnung für Speiseröhre. Sie transportiert die Nahrung vom Rachenraum bis in den Magen. Beim Menschen ist sie ca. 25 cm lang. Sie liegt hinter der Luftröhre und vor der Wirbelsäule. Bei der Halswirbelsäulen-Operation nach Smith & Robinson muss sie zusammen mir der Luftröhre etwas zur Seite verlagert werden, damit man von vorne an der Wirbelsäule operieren kann. Daher kann es unmittelbar nach der Operation zu reversiblen Schluckbeschwerden kommen, die sich in der Regel innerhalb weniger Tage wieder zurückbilden.

P

Parese
Der Begriff Parese leitet sich aus dem Griechischen ab und bedeutet Lähmung. Man unterscheidet verschiedene Ausprägungsgrade: eine vollständige Lähmung bezeichnet man als Paralyse oder Plegie; handelt es sich eher um eine Missempfindung, spricht man von einer Sensibilitätsstörung.

Peronaeusparese
Hierbei handelt es sich um einen Nervenschaden. Unter dem Begriff Peronaeusparese versteht man eine Läsion des Nervus peronaeus communis. Dieser verläuft an der Außenseite des Unterschenkels. Er kann z.B. durch den Bruch des Wadenbeins oder das Tragen eines Unterschenkelgipses beschädigt werden; auch längeres Übereinanderschlagen der Beine kann den Nerv reizen. Fällt der Nerv aus, so kommt es zu einer Parese (=Lähmung) der Zehenheber und Fußheber. Da man den Fuß nicht mehr richtig anheben kann, kommt es zum charakteristischen Steppergang. Ebenfalls kann es zu Gefühlsstörungen am seitlichen Unterschenkel und auf dem Fußrücken kommen.
Das L5-Syndrom (also die Beschädigung des 5. Spinalnervs z.B. durch einen Bandscheibenvorfall) verursacht ähnliche Beschwerden, jedoch kommt es hier zusätzlich zu Schmerzen im entsprechenden Dermatom und zur Abschwächung bestimmter Reflexe.

postoperativ
Im lateinischen bedeutet post nachher. Als postoperativ bezeichnet man also die Zeit nach einer Operation.
Für den Mediziner ist die Operation ein Fixpunkt. Die weiteren therapeutischen Maßnahmen aber auch allgemeine Verhaltensweisen ergeben sich aus dem zeitlichen Abstand zur Operation. In Bezug auf Operationen am Rücken wird oft gesagt: „Bis zum 10. postoperativen Tag sollten Sie sich noch körperlich schonen.“

Prämedikation
Die Prämedikation ist die Gabe von Medikamenten vor einem medizinischen Eingriff. Bei stationären Patienten können sie am Vorabend sowie am morgen der Operation verabreicht werden, bei ambulanten Patienten nur am Morgen des Operationstages. Die Medikamente haben eine beruhigende Wirkung und dämpfen den natürlichen Stress vor einem operativen Eingriff.

präoperativ
Den Zeitraum vor einer Operation bezeichnet man als präoperativ.

Propriozeptive Neuromuskuläre Faszilitation (PNF)
Mit dieser Methode wird der motorisierte Bewegungsablauf durch Stimulierung der Propriozeptoren und Exterorezeptoren normalisiert.
Propriozeptoren sind Rezeptoren, die im Gewebe (z. B. Muskeln, Gelenke, Bänder) liegen. Mit Exterorezeptiren bezeichnet man Auge, Ohr, Haut und Tastsinn.
PNF wurde in Amerika von Maggie Knott und Dr. Koblat entwickelt und ist sinnvoll anzuwenden bei allen Erkrankungen des Bewegungsapparates, also neurologischer, orthopädischer oder chirurgischer Genese.

S

Schmerztherapie
Anwendung verschiedener therapeutischer Prinzipien zur Beeinflussung akuter und chronischer Schmerzzustände.

Spinalkanal
Der Spinalkanal (Canalis vertebralis) ist der Teil der Wirbelsäule, in dem gut geschützt das Rückenmark verläuft. Nach vorne wird er von den Wirbelkörpern und den dazwischen liegenden Bandscheiben begrenzt. Hinten bilden die Bögen der Wirbelkörper die knöcherne Begrenzung. Zwischen 2 Wirbelkörpern verlassen jeweils ein linker und ein rechter Spinalnerv den Wirbelkanal durch die Foramen intervertebrale. Durch degenerative Prozesse kann es zu Einengungen im Bereich des Spinalkanals kommen. Diese verursachen dann typische Beschwerden (Rücken und Beinschmerzen, siehe Stenose).

Spinalkanalstenose
Zu einer Spinalkanalstenose, d.h. einer Verengung des Spinalkanals, in dem das Rückenmark verläuft, kommt es zumeist durch das Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Neben einer angeborenen Verengung kann der Kanal z. B. durch Verknöcherungen am Bandapparat der Wirbelsäule oder Veränderungen an den Wirbelkörpern verengt werden. Ist dies der Fall, kann schon eine leichte Bandscheibenvorwölbung zu einer Einengung des Spinalkanals führen und somit Druck auf das Rückenmark ausüben.

Spondylolisthese
Dies ist der medizinische Ausdruck für Wirbelgleiten: zwei benachbarte Wirbelkörper verschieben sich gegeneinander. Verschiebt sich der obere Wirbelkörper gegen den unteren nach vorne, spricht man von einer Ventrolisthesis; im umgekehrten Fall (der obere verschiebt sich gegenüber dem unteren nach hinten) von einer Retrolisthesis. Durch diese Verschiebung wird der Spinalkanal eingeengt, so dass die betroffenen Spinalnerven beschädigt werden. Schmerzen, Gefühlsstörungen und Lähmungen können die Folge sein. Eine Spondylolisthese kann verschiedene Ursachen haben: meist sind degenerative Prozesse im Bereich des Zwischenwirbelraums (Bandscheiben) und/oder der kleinen Wirbelgelenke verantwortlich für die Instabilität, welche das Gleiten der Wirbelkörper ermöglicht.

Stenose
Eine Stenose bezeichnet eine Engstelle. Eine spinale Stenose (=Spinalkanalstenose) ist eine knöcherne und bandhafte Einengung des Wirbelkanals. Die Spinalkanalstenose kommt häufig vor und betrifft vorwiegend ältere Personen im Bereich der Lendenwirbelsäule. Rückenschmerzen und belastungsabhängige Schmerzen in den Beinen sind das klinische Bild. Man bezeichnet dieses Krankheitsbild als Claudicatio spinalis. Charakteristisch für die Claudicatio spinalis ist die schmerzhaft eingeschränkte Gehstrecke. Im Sitzen bzw. beim nach vorne Beugen des Oberkörpers kommt es hingegen zu einer Besserung der Beschwerden.
Zwei Mechanismen sind hauptverantwortlich für die Entstehung einer spinalen Enge:

  1. Einengung von vorn: Bedingt durch den aufrechten Gang wirken auf die Wirbelsäule hohe mechanische Kräfte ein. Im Bereich der Lendenwirbelsäule sind diese besonders hoch (Lendenwirbelkörper sind daher auch größer als alle anderen). Um der hohen Druckbelastung standzuhalten, sind die Bandscheiben als Puffer zwischen die Wirbelkörper eingebracht. Mit fortschreitendem Alter verlieren die Bandscheiben ihre Pufferfunktion. Um den Druckbelastungen weiterhin standhalten zu können, bilden die Wirbelkörper knöcherne Anbauten (sog. Spondylophyten). Diese vergrößern die Auflagefläche und reduzieren so den Druck (Druck=Kraft pro Fläche). Andererseits bedingen sie aber auch eine Einengung des Spinalkanals, der sich unmittelbar an die Wirbelkörper anschließt.
  2. Einengung von hinten: Durch den Elastizitätsverlust der Bandscheiben kommt es zu einer Höhenminderung in der Wirbelsäule. Die Bänder, welche die Wirbelsäule stabilisieren, sind nicht mehr ausreichend gespannt. Dies bedingt eine Destabilisierung der Gelenke. Osteoarthrotische Umbauprozesse an den kleinen Wirbelbogengelenken sind die Folge.

Dieser Umbauprozess ist ein natürlicher Vorgang bei jedem Menschen. Da aber die Ausgangsbreite des Spinalkanals individuell unterschiedlich ist, kommt es bei den meisten Personen zu keiner relevanten klinischen Symptomatik.

Musculus sternocleidomastoideus
Der Musculus sternocleidomastoideus ist der große Kopfwender. Er verläuft im seitlichen Halsbereich und zieht von der Schädelbasis (Processus mastoideus hinterm Ohr) herrunter zum Brust- und Schlüsselbein. Jeder Mensch hat einen rechten und einen linken Musculus sternocleidomastoideus. Bei einseitiger Kontraktion erfolgt eine seitliche Neigung des Kopfes in Richtung der ipsilateralen Schulter. Als Atemhilfsmuskeln unterstützen beide Muskeln die Inspiration (Einatmung).

Sulcus ulnaris
Der Ellennerv (Nervus ulnaris) verläuft auf der Innenseite des Ellenbogen recht nah an der Oberfläche in einer knöchernen Rinne. Diese Rinne bezeichnet man im Fachjargon als Sulcus. Wir alle haben schon einmal unfreiwillig Bekanntschaft mit diesem „elektrischen Knochen“ gemacht, daher wird er im Volksmund als „Musikantenknochen“ bezeichnet.
In der  Knochenrinne kann der Nerv durch Brüche, Verschleißerkrankungen oder auch durch einen chronischen Druck auf diese Stelle geschädigt werden. Auch Armbrüche im Jugendalter können Jahre oder Jahrzehnte später zu einer Verformung des Ellbogens führen und eine Druckschädigung des Ellennerves bedingen. Die Folge sind Missempfindungen am Ring- und Kleinfinger. Später können auch motorische Störungen hinzukommen, der Kleinfinger kann nicht mehr richtg an- oder abgespreizt werden. Sind die konservativen Therapiemöglichkeiten ausgereizt kann durch eine Operation der Nerv entlastet werden.

T

therapierefraktär
Die Behandlung von Krankheiten (Therapie) hat zum Ziel, diese zu heilen oder zumindest in ihrer Ausprägung (Symptomatik) zu bessern. Wird eine Erkrankung trotz fachlich korrekter und dem aktuellen Wissensstand entsprechender Behandlung nicht in ihrer Ausprägung gebessert, ist sie therapierefraktär.

Thorax
Den Brustkorb nennt man in der Medizin Thorax. Brustwirbelsäule, Rippen und Brustbein bilden zusammen den knöchernen Thorax. Zwischen den Rippen verlaufen verschiedene Muskeln, die v.a. für die Atmung wichtig sind. Nach unten wird der Thorax von dem Zwerchfell, einem großen flächigen Muskel, begrenzt. In dieser gut geschützten Thoraxhöhle liegen das Herz und die Lunge.

Trachea
Trachea ist die medizinische Bezeichnung für Luftröhre. Sie ist die Verbindung zwischen den äußeren Atmungsorganen (Nasen- und Rachenraum) und dem Bronchialsystem der Lunge. Beim Menschen verläuft sie vor der Speiseröhre. Die Vorderwand ist mit Knorpelspangen verstärkt, zwischen diesen Spangen verlaufen Bänder. Die Hinterseite besteht aus Bindegewebe und Muskel.

Trizepsparese
Trizepsparese bedeutet Lähmung des Trizepsmuskels. In den meisten Fällen ist eine Beeinträchtigung des versorgenden Nervens bei seinem Austritt aus der Halswirbelsäule verantwortlich. Trizepsparese setzt sich aus den zwei Wörtern Trizeps und Parese zusammen:
Trizeps ist die Kurzform für Musculus trizeps brachii: ein dreiköpfiger Muskel an der Rückseite des Oberarm. Mit seinen drei Köpfen kann er den Arm im Ellbogengelenk strecken (Extension) und den gesamten Arm an den Körper heranführen (Adduktion).
Der Begriff Parese leitet sich aus dem Griechischen ab und bedeutet Lähmung. Man unterscheidet verschiedene Ausprägungsgrade: eine vollständige Lähmung bezeichnet man als Paralyse oder Plegie; handelt es sich eher um eine Missempfindung, spricht man von einer Sensibilitätsstörung.

U

Undercutting
Das Undercutting ist ein Operationsschritt bei der Operation einer Spinalkanalstenose (Dekompression). Bei einseitigem Zugang zur Wirbelsäule wird teilweise die Gegenseite durch Undercutting der Laminae (Wirbelbögen) ebenfalls entlastet. Dabei werden mit einer kleinen Stanze in mikrochirurgischer Technik die den Wirbelkanal einengenden Teile des Wirbelbogens entfernt.

V

ventral
Ist eine Richtungsbezeichnung in der Medizin. Der Begriff leitet sich vom lateinischen venter (=Bauch) ab und bedeutet bauchwärts. Die Gegenrichtung ist dorsal.

W

Wurzelkompression
Als Wurzelkompression bezeichnet man eine Einengung der abgehenden Spinalwurzel.